Der Jackpot – Prüfung mit Hindernissen

Heute haben wir – Momo und ich – etwas geschafft, wofür wir schon sehr lange arbeiten: die BH-Prüfung. Wir sind drangeblieben, trotz eines ersten Misserfolgs im letzten Herbst, der besonderen Umständen geschuldet war. Damals war ich unendlich nervös, möglicherweise hat sich das auf meine Fellnase übertragen, die sich direkt zu Beginn der Prüfung übergeben hat – und dann nicht mehr mitmachen konnte. Danach haben wir erst zwei Monate Pause gemacht – und dann weiter trainiert.

Vielleicht macht Euch allen, die ihr auf eine Prüfung oder ein persönliches Ziel hinarbeitet, diese lustige Geschichte ein bißchen Mut.

Bereits gestern bin ich in Gedanken den Ablauf der BH-Prüfung wieder und wieder durchgegangen. Heute bin ich heldenhaft früh aufgestanden, um in Ruhe alles Notwendige in die Taschen zu packen und mit Liebe die Leckerli sowie den Jackpot im Futterdummy vorzubereiten.

Vor der Prüfung gingen wir noch eine friedliche Gassirunde und dann packe ich Momo in die Autobox, wo sie warten sollte, bis wir an der Reihe waren. Sie kennt das – und entspannt sich in der Box gerne.

Doch in meiner Aufregung vor der Prüfung hatte ich vergessen, die Box zu schließen. Ich wähnte alles in Ordnung und ging gedanklich die Prüfung immer und immer wieder durch, versuchte, die Nervosität in Grenzen zu halten. Denn Momo brauchte die BH-Prüfung, da sie mit meiner Tochter im Turnierhundesport startet. Ich wollte die Prüfung also unbedingt bestehen!

Nun ja, die Wartezeit und die offene Boxentür hat mein schwarzes Fressmonster weidlich genutzt und den Futterdummy zerlegt, in dem der Jackpot eigentlich auf das Ende der Prüfung hätte warten sollen. Neben diesem Jackpot verleibte sie sich außerdem die Futter-Reserve und 2 Kaustangen ein. Danach wäre eigentlich Pause angesagt – schließlich war das anstrengend.

Pokal und müder Hund. (Quelle: Profihund)

Doch da kam ich und….

… entdeckte den Futterdieb, als ich sie zur Prüfung aus dem Auto holte. Nun war sie selbst durch Futter nicht mehr wirklich motivierbar – denn das war ja bereits alles im Bauch. Und ihr ganzer Körperausdruck sprach Bände: „Was – ich soll auf den Platz??? Ich hab den Jackpot doch schon!!!

Zuerst war ich verzweifelt, da sie wirklich extrem entspannt hinter mir her schlich. Doch dann musste ich innerlich lachen – so vollgefressen klappt wenigstens die Ablage!

Wir betraten den Hundeplatz. Die Leinenführigkeit war in meinen Augen noch okay, aber ihre eigentliche Paradedisziplin – die Freifolge – war dann vom Typ „schläfrige Gezwungenermaßenfreifolge“.

Und zu Beginn der Übung Sitz mit Abruf hat sie die „Folge“ dann aufgelöst – kurz war der Geruch des Platzes deutlich wichtiger. Für diese Übung gabs dann keine Punkte. Die Platz-Übung und Abruf ging wieder und wurde mit sehr gut bewertet. Na ja – und die Ablage klappte tatsächlich, wieder ein vorzüglich, ebenso wie die Leinenführigkeit zu Anfang. Der Rest – Stadteil – war dann ein Kinderspiel. Aber im Endeffekt ist das völlig egal, wir haben die BH-Prüfung bestanden! Auch wenn die Leistung weit entfernt war von dem, was Momo eigentlich kann.

 

Ich freue mich wie immer über Kommentare!

4 thoughts on “Der Jackpot – Prüfung mit Hindernissen

  1. Nette Geschichte. Bei Deinem Tweet nebenan fragst Du nach der Teamprüfung zum Assistenzhund. Meinst Du damit die Österreicher? In Deutschland gibt es ja so etwas nicht.

    1. Die „Teamprüfung“ ist hier nicht als rechtlich relevanter Begriff gebraucht, sondern umgangssprachlich. Viele Ausbildungen für Assistenzhunde gipfeln ja in einer „Prüfung“, die – auch wenn sie nicht offiziell ist – für die Menschen doch etwas Besonderes darstellt. Manchmal wird bei solchen Prüfungen die Kenndecke überreicht. Und für das Team aus Mensch und Hund bedeutet das, dass sie an diesem Tag zeigen dürfen – aber auch müssen, was sie in der Ausbildung gelernt haben. Das kann durchaus auch mit Aufregung verbunden sein. Und vielfach schreiben die Betroffenen dann darüber, dass sie glücklich und erleichtert sind. So ähnlich ging es mir am Tag der BH-Prüfung auch. Deshalb glaube ich, dass das durchaus vergleichbar ist.

    1. Danke! Im Nachhinein muss ich das auch. Sie ist halt Momo – ein Frechdachs. Wie hab ich im Beitrag http://profihund.de/ueber-mich damals geschrieben:

      sie hat ihren eigenen Kopf, ist oft unsicher – oder trifft gerne ihre Entscheidungen selbst. Niemals stur – nur eigenwillig. Niemals aggressiv – nur frech. Niemals desinteressiert – nur abgelenkt. Niemals faul – nur motivierbar 😉“

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