Kosten für einen Assistenzhund steuerlich geltend machen

Um die steuerliche Anerkennung der Kosten für ihren Assistenzhund kämpft eine Steuerzahlerin in Baden-Württemberg (Foto: Pixabay)

In der aktuellen Finanztest-Ausgabe (Juli 2017) geht es in einer kurzen Meldung um die Kosten für einen Epilepsie-Warnhund. Strittig ist, ob die an Epilepsie erkrankte schwerbehinderte Frau die gesamten Ausgaben für ihren vierbeinigen Helfer steuermindernd geltend machen kann. Über diese Frage musste jetzt das Finanzgericht Baden-Württemberg entscheiden (FG BadenWürttemberg, Az. 2 K 2338/15). In dem Streit mit dem Finanzamt ging es darum, so Finanztest, ob die Kosten für den Hund über den Behindertenpauschbetrag und zusätzlich über den Nachweis einzelner Kosten als außergewöhnliche Belastungen absetzbar sind. Ein Teil dieser einzelnen Kosten waren die Gebühren für eine Tierpension. Die Finanzrichter entschieden gegen die Steuerzahlerin: Diese darf entweder den Behindertenpauschbetrag ansetzen oder aber sie muss die Kosten im Einzelkostennachweis erklären.

Denn gegen das Urteil aus Baden-Württemberg, so verriet mir in einem Interview Michael Schopp – Steuerberater bei Buhl Data Service, Neunkirchen, sei eine Nicht-Zulassungsbeschwerde eingelegt worden. Daher wird der Bundesfinanzhof die Entscheidung nochmal prüfen. Und dann festlegen, ob die Aufwendungen für einen Assistenzhund bei Behinderung tatsächlich mit dem Pauschbetrag für Behinderung abgegolten sind.

Profihund: Machen die Finanzämter Unterschiede zwischen den verschiedenen Assistenzhunden, zum Beispiel zwischen Blindenführhund und Epilepsiewarnhund?
Michael Schopp: Bei den Kosten für Assistenzhunde macht es keinen Unterschied um welche Art Assistenzhund es sich handelt. Entscheidend ist nur, ob der Hund wegen einer Behinderung oder einer Krankheit angeschafft wird.

Profihund: Welche Kosten kann der Hundebesitzer mit geringem Aufwand geltend machen?
Michael Schopp: Bei einer Behinderung gewährt das Finanzamt einen Pauschbetrag. Dieser steigt mit dem Grad der Behinderung und den etwaigen Merkzeichen. Der Pauschbetrag beträgt bis zu 3.700 €, wenn im Behindertenausweis das Markzeichen H für Hilflosigkeit vermerkt ist.

Profihund: Und darüber hinaus ist nicht mehr zulässig?
Michael Schopp: Doch. Manchmal fallen durch die Behinderung Ausgaben an, die höher sind als der Pauschbetrag. Dann können auch diese Ausgaben angesetzt werden. Hierzu müssen die Kosten aber – und das ist der Unterschied zum Pauschbetrag – nachgewiesen werden können.
Außerdem muss dann die zumutbare Eigenbelastung überschritten werden. Dieser Betrag ermittelt sich abhängig von Familienstand und Anzahl der Kinder. Das gilt auch für die Anschaffung und die laufenden Kosten eines Assistenzhundes. In der Praxis werden die Ausgaben für einen Assistenzhund deswegen oft mit dem Pauschbetrag abgegolten sein. Dies entspricht auch dem Urteil des Finanzgerichtes Baden-Württemberg.

„Der Knackpunkt aus steuerlicher Sicht ist, dass das entsprechende Hilfsmittel – also auch der Assistenzhund – ärztlich verordnet sein muss“, betont Michael Schopp.

Profihund: Gibt es noch andere Möglichkeiten, die Kosten steuerlich abzusetzen?
Michael Schopp:
Falls kein Grad der Behinderung vorliegt und der Hund aber dennoch auf Grund einer Krankheit angeschafft wird, kann es sich um Krankheitskosten handeln. Bei den Krankheitskosten gibt es keine Pauschale. Ausgaben für Assistenzhunde, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden, können als solche abgesetzt werden.

Profihund: Gibt es bestimmte Voraussetzungen, um die Kosten für den Assistenzhund als Krankheitskosten geltend machen zu können?
Michael Schopp:
Ja, die gibt es. Damit sich die Kosten steuerlich auswirken können, muss die Anschaffung des Hundes ärztlich verordnet worden sein. Darüber hinaus gilt die zumutbare Eigenbelastung auch bei Krankheitskosten.


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